Lexikon Akoya, Akoja Zucht-Perlen,
Perlenketten, Perlenarmband

aus dem Lexikon über Schmuck, Diamanten, Uhren usw

Allgemeines zur Akoya - Perle

Akoya Perlenkette, Akoja Zucht-Perlen, Salzwasser-Meeres-Perlen

Akoja ist die Falschschreibung - Akoya ist die richtige Schreibweise.
  
Nur einige wenige von weltweit 10.000 Muschelarten können Schmuckperlen hervorbringen. Als Akoya-Perlen bezeichnet man die klassischen japanischen, chinesischen oder koreanischen Zuchtperlen der Muschel Pinctada Martensi, der Muschel Pinctada Fucata oder der Pinctada Fucata Martensii. Alle sind zweischalige Muscheln. Nicht nur in Japan, Korea und China, sondern auch im ganzen asiatischen und indisch-pazifischen Gebiet, im Roten Meer, persischen Golf, Mittelmeer, Südafrika und in der Karibik wird mit diesen Muscheln gezüchtet.
  
Die japanische Perlenindustrie nennt ihre Perlmuschel Akoya-gai. Daraus entstand der Name Akoya-Perle für die darin gezüchteten Natur-Perlen.
  
Die Perlen sind Salzwasser-Perlen oder Meeres-Perlen. Zuerst wird in die Perlmuschel ein runder Kern aus Perlmutt mit einem winzigen Stückchen Mantelgewebe einer fremden Muschel eingesetzt. Dieser Perlmuttkern ist genormt. Je nach Größe dieses Kerns werden in die Perlmuschel 1 bis 4 Kerne eingesetzt. Nach dieser Operation werden die Perlmuscheln durchschnittlich 10 bis 18 Monate bei kontinuierlicher Pflege durch die Perlenfarmer im Meerwasser gelagert. In dieser Zeit bildet die Perlmuschel um den eingepflanzten Fremdkörper eine Perlmuttschicht. Anders als bei den Südsee Perlen oder Tahiti Perlen variiert die Beschichtungsdauer. Die Akoya-Perl-Austern sondert wesentlich weniger Perlmutt ab als die der Muscheln der Südsee-Austern oder Tahiti-Austern. Deswegen ist die Beschichtung des Perlmuttkerns bei den Akoya-Perlen sehr viel dünner.
Das Wachstum hängt außerdem noch vielen Faktoren ab. Die Wachstumsgeschwindigkeit, mit der die Perlsubstanz ausgeschieden wird, hängt von der Muschel und auch den Wasserverhältnissen ab. Zum Beispiel bei Wassertemperaturen unter 13 Grad ruht das Wachstum und bei Wassertemperaturen unter 8 Grad stirbt die Muschel. Die Schichtdicke der im Handel angebotenen Perlen beträgt meist 0,15 bis 1,0 Millimeter. Bei 0,15 bis 0,3 mm scheint der Perlkern durch die Perlmuttschicht durch und es besteht die Gefahr des Abplatzens der Schale. Eine Schichtdicke von 0,6 mm gilt schon als sehr gut.
  
Da die Mutterauster nur verhältnismäßig klein ist, erreichen Akoyaperlen im Allgemeinen eine Größe von 2 bis maximal 10 mm (seltenst größer). Allgemein produziert nur ein sehr geringer Prozentsatz der Muscheln perfekte runde Perlen mit sehr schönem Lüster. Speziell die größeren Durchmesser ab 8 bis 9 Millimeter sind sehr schwierig zu züchten und entsprechend teuer. Nach dem Ernten werden Akoyaperlmuscheln nicht wieder bekernt.
  
Circa 30 Prozent der Muscheln produzieren Perlen und davon sind nur 10 Prozent kommerziell nutzbar. Davon sind lediglich 3 Prozent perfekt rund und nur 0,5 Prozent erreichen die höchste Qualitätsstufe. Das bedeutet, dass bei 20.000 Stück Nukleus Einsetzungen nur etwa 3 perfekte Perlen entstehen. Diese Beispiels-Zahlen variieren jedoch sehr stark nach Muschelart, Ort, Pflege und Umwelt-Bedingungen der Zucht.
  
Das Gewicht der Perle wird in Grain angegeben
(1 Grain = 0,06479891 Gramm).
  
Im Gegensatz zu den Südsee-Perlen spielt die Behandlung der Rohperlen nach der Ernte in Japan und in China eine sehr große Rolle und ist eine Wissenschaft für sich und wird Processing genannt. Praktisch keine Akoya-Perle ist naturbelassen, so wie dies bei den Südsee- oder Tahiti-Perlen der Fall ist. Ein schöner weißer Akoya-Perlstrang ist praktisch immer gebleicht und nachbehandelt. Die Rohperle ist oft etwas gräulicher, cremefarben oder teilweise sogar grünlich-grau. Die Perlen werden zunächst gebohrt, dann gebleicht, anschließend eingefärbt und am Schluss noch poliert. Am teuersten ist die Farbe Rose, dann Weiß, gefolgt von Creme und Gelb. Creme-Farbtöne oder Goldtöne sehen auf gebräunter oder dunkler Haut sehr gut aus.
  
Einige Beispiele des Färbens der Akoya-Naturperlen: das Mittel Eosin erzeugt die Rose-Farbe, Silbernitrat oder Höllenstein schwärzt die Perle und zum Beispiel Kobalt 60 Bestrahlung ergibt einen silbergraue Farbe. Oft werden auch verschiedene Metallchloride aufgedampft - zum Beispiel Bariumchlorid.
  
Aus den vorgenannten Gründen sind die Preise der Akoya-Perlen um einiges günstiger als die der hochwertigeren und größeren Südsee- und Tahitiperlen, jedoch ein Vielfaches teurer als die der Süßwasser-Perlen. Nicht-Fachleuchte verwechseln die Akoya-Zuchtperlen oft mit den wesentlich billigeren Süßwasserperlen.
  
Taifune die das Meer bis zum Grund aufwühlen, Schwankungen der Wasserqualität und der Wassertemperatur und auch natürliche Feinde machen den Muscheln das Leben und Überleben schwer und damit die Perlenzucht zum Risiko. Gerade die japanische Produktion ist in den letzten Jahren aufgrund von Wasserverschmutzung und Krankheitsbefall stark zurück gegangen.
  
Lesen Sie auch unsere anderen Fach-Artikel über andere Perlarten, Diamanten, Schmuck, Uhren, Marken usw auf unserer Homepage unter der Rubrik Wissenswertes.

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Geschichte und Bedeutung der Perlen im Allgemeinen

Sie werden auch Tränen der Götter genannt.
Perlen wurden bereits früh zum Symbol für Reichtum, Macht und Ansehen.
Sie wurden erstmals ungefähr 2200 vor Christus geschichtlich erwähnt.
Die älteste Perle aus dem Persischen Golf ist etwa 4000 Jahre alt.
Der älteste bekannte Perlenschmuck befindet sich heute in der persischen Galerie des Louvre in Paris. Es handelt sich um eine dreireihige Kette, die 2500 Jahre in einem Sarkophag lag und bei Ausgrabungsarbeiten in Susa gefunden wurde.

Perlmutt war eines der ersten und edelsten Materialien für die Verzierung von Ornamenten und Schmuckstücken.
Reste von Perlmuttintarsien wurden im Zweistromland gefunden, die aus der Zeit um 4500 vor Christus stammen.

Chinesische Kaiser ließen sich bereits vor 4000 Jahren Perlenstränge als Geschenk übergeben, welche eine hohe mystische und materielle Bedeutung hatten.

"Margarita" ist das lateinische Wort für Perle und auch ihre Geliebten wurden von den Römern so benannt. Zu den Glanzzeiten der Römer gehörten Perlen zu den Favoriten der römischen Herrscher und dem normalen Volk war es sogar gesetzlich untersagt Perlen zu tragen.
Die römischen Kaiser verknüpften oft feine Perlen mit ebenso feinen Stoffen. Königin Elisabeth von England trug ständig Perlenstränge und hatte 300 mit Perlen besetzte Kleider. In der kirchlichen Kunst wurden Perlen als wertvolle Zeichen der Liebe Gottes betrachtet und zierten Priestergewänder, Altare und andere kirchliche Gegenstände.
Im frühen Mittelalter galt die Perle als edelstes Symbol der Liebe Gottes. Maler dieser Zeit stellten Perlen auf Marienbildern dar und Mariendarstellungen wurden mit Perlen verziert.
Perlen wurden auch unter den rituellen Gegenständen der indianischen Stämme von Mexiko und Peru gefunden.
Bis Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts waren Perlen wegen ihrer Seltenheit nur etwas für Privilegierte und Reiche. Um diese Zeit wurde bei Tiffanys in New York ein Perlencollier für 1 Million Dollar verkauft.

Die ältesten bekannten Muschelbänke der Perlauster gab es am Arabischen Golf, entlang der Küsten von Persien, Saudi-Arabien, Kuwait und im Roten Meer.

Bereits im 12.Jahrhundert begannen die Chinesen mit der Herstellung von Zuchtperlen. Eine Zuchtperlenindustrie wie wir sie heute kennen begann jedoch erst 1916, als es dem Japaner Kokichi Mikimoto gelang nach jahrelangen Versuchen die erste Zuchtperle auf der Juwelenbörse in Paris anzubieten.

Dem Hindu bringen sie Glück, dem Araber Wohlstand, dem Chinesen Genesung, dem Ägypter Liebe und nicht nur sie sind von der Schönheit der Perlen hingerissen und unterliegen Ihrer Faszination.

Die berühmteste Perle der Welt wird Happy Valentines Day La Peregrina genannt. Die eiförmige Perle mit über 10 Gramm wurde im 16. Jahrhundert wahrscheinlich an der Küste Panamas gefunden und ist für ihre außerordentliche Schönheit berühmt. Prinz Philipp II von Spanien schenkte sie seiner Braut Maria Tudor, der Tochter von Heinrich VIII. Von da an wanderte die Perle durch viele königliche Schmuckschatullen, wie Napoleon III oder Queen Victoria. Schauspieler Richard Burton ersteigerte sie für 37.000 US Dollar 1969 bei Sotheby's als Valentine's Day Gift für Elizabeth Taylor, die die Perle bei Cartier in ein Collier fassen ließ.

Die teuerste Perle der Welt heißt La Regente und ist mit 337 Grains auch eine der größten Perlen der Welt. Napoleon I schenkte sie seiner zweiten Frau zur Geburt seines Sohnes, dem König von Rom. Später gehörte sie zum französischen Kronschatz und wurde 1887 vom Juwelier Faberge im Zuge der Kronschatzveräußerung ersteigert und an die Perlensammlerin Fürstin Youssoupoff verkauft. 2005 wurde die Perle erneut auf einer Auktion angeboten und ist im Moment mit einem Verkaufswert von 2,1 Millionen Euro die teuerste Perle der Welt.

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Bewertung von Perlen

Größe und Gewicht

Je größer eine Perle ist, umso teuerer ist sie.
Der Preis steigt nicht linear sondern stark exponentiell mit dem Durchmesser an. Gemessen wird die Größe in Millimeter als Durchmesser oder als Gewicht in Momme oder Gran. Ein Gran hat 0,05 Gramm oder ein Viertel von einem Karat / Carat (Diamantgewicht). Ein Momme enthält 75 Gran. Tausend Momme sind ein Kan.

Ein altes japanisches Maß ist Bu welches 3,03 Millimeter beträgt. Es wird auch heute teils noch bei den Perlenzüchtern verwendet, wobei der Durchmesser der Perlmuttkügelchen in Bu gemessen wird. Ein Bu hat zehn Rin (ein Rin ist also 0,3 mm). Zum Beispiel die Kerngröße 2,3 bedeutet daher zwei Bu und drei Rin und entspricht 6,9 Millimeter.

Rundheit und Fehler

Je runder und gleichmäßiger eine Perle ist und je weniger Auswüchse, Narben, kleine Erhebungen, Vertiefungen, Flecken, Kratzer oder sonstige Wachstumsfehler eine Perle hat, um so wertvoller und teurer ist sie.
Verwendete Qualitätsstufen sind zum Beispiel "makellos" bis zu "sehr deutliche Wachstumsmerkmale".
Unregelmäßig geformte Perlen nennt man Barock Perlen.
Manchmal auch abgestuft: Semibarock und Halbbarock.
Einseitig flache Perlen heißen Bouton (französisch: Knopf) oder Knopfperlen.
Tropfenförmig, Bouton und Oval und andere symmetrische Formen liegen in der Bewertung zwischen Barock und rund.

Gleichheit untereinander

Bei großen Durchmessern wird es immer schwieriger überhaupt gleich aussehende Perlen zu finden, das sogenannte Matching.
Je gleicher also die Perlen einer Kette sind (Form, Farbe und Lüster), um so wertvoller wird sie auch dadurch. Deswegen gibt es meist nur Verlaufs-Ketten je besser die Qualität ist und je größer die Perlen sind.

Farbe und Körperfarbe

Die Bewertung der Farbe ist je nach Land verschieden. Allgemein kann jedoch eine weiße Perle mit mehr oder weniger Rose-Farbton als Spitzenreiter gesehen werden. Creme-Farbtöne oder Goldtöne sehen auf gebräunter oder dunkler Haut sehr gut aus.
Bei der Körperfarbe handelt es sich um den überwiegenden Farbton. Diese ist leicht am äußeren Rand erkennbar, wenn Sie die Perle auf einer weißen Oberfläche betrachten.

Lüster und Überfarbe

Sehr wertbestimmend ist die Stärke des Lüsters der Perle beziehungsweise der Perlenoberfläche. Es wird auch Glanz, Schimmer, Leuchtkraft oder Irisieren von Perlen genannt. Seltener wird die Bezeichnung Orient verwendet um den Glanz, das Schillern und die Fähigkeit einer Perle Licht aus ihrem Innern zu strahlen, zu beschreiben. Das Irisieren zeigt sich in Form der so genannten Überfarbe oder farbiges Schimmern, welches als kleiner Kreis auf der Oberfläche der Perle zu schweben scheint. Die Überfarbe besteht aus maximal 3 fast durchsichtigen Farben, die als Kreis auf der Oberfläche einer Perle zu erkennen sind, wenn man die Perle in eine Lichtquelle hält.
Das Lüster von Zuchtperlen ist stark von der Schichtdicke abhängig, also von der auf den eingesetzten Perlmuttkern aufgewachsenen Schicht aus Perlsubstanz. Es resultiert aus der Lichtbrechung, welche zwischen den Kristallen des Aragonits in der Perlmuttschicht stattfindet und dieses Wunder macht die Perle zu einer strahlenden Kugel von durchscheinenden Umrissen.

Choker oder Verlauf

Ein Choker ist eine Perlenschnur meist gleichgroßer Perlen mit der Länge von gewöhnlich 16 Zoll beziehungsweise 40 Zentimetern (sehr selten 14 Zoll bzw 36 Zentimeter). Man spricht von einer einheitlichen Kette wenn bei einer Perlenkette der Unterschied von der kleinsten zur größten Perle 0,5 Millimeter beträgt (bei sehr großen Perlen 1,0 Millimeter).

Eine Chute oder graduierte Perlenkette, auch Perlenkette im Verlauf genannt, ist eine Halskette mit der größten Perle in der Mitte, wobei die angereihten Perlen beiderseits an Größe gleichmäßig abnehmen. Wegen der Hauptperle und der gleichen Anzahl von Perlen an jeder Seite hat eine graduierte Kette immer ein ungerade Anzahl von Perlen. Die Perlen neben der Hauptperle werden Schultern genannt.

Bewertungs-Klassen

Oft werden folgende Bewertungsklassen verwendet:
A,  A+,  AA,  AA+ und AAA.
Manchmal wird auch das Tahitian Grading System verwendet, wobei hier von A bis D eingeteilt wird (A entspricht AAA von oben).
Wir bevorzugen die unserer Meinung nach verständlichere Beschreibung aller Merkmale.

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Pflege von Perlen

Damit Sie lange Freude an ihrem Perlenschmuck haben, empfehlen wir folgende Hinweise:

1) Perlen sollten grundsätzlich von anderen Schmuckstücken getrennt aufbewahrt werden um Beschädigungen zu vermeiden. Benutzen Sie zur Aufbewahrung kein Leder, da die Gerbsäure dem Lüster von Perlenketten und Perlenarmbändern schaden kann.

2) Perlenschmuck sollte nicht längere Zeit der Hitze ausgesetzt werden, also zum Beispiel der Sonne, Heizungsnähe usw, da die Perlsubstanz etwas Wasser enthält. Ein Austrocknen der äußeren Perlschichten sowie ein Mattwerden und Verfärben könnte die Folge sein.
Sie können versuchen den Perlen Feuchtigkeit zuzuführen durch das Einwickeln für ein Paar Stunden in ein leicht feuchtes Tuch.

3) Perlen sollten Chemikalien aller Art nicht ausgesetzt werden.
Nach dem Tragen können Sie Ihre Perlen von den Rückständen von Kosmetika oder Schweiß mit einem weichen, trockenen Tuch reinigen.

4) Vergessen Sie nicht je nach Gebrauch alle ein bis drei Jahre die Perlenkette oder das Perlenarmband reinigen und neu knüpfen zu lassen.
Wird der Knüpffaden öfters nass, so verkürzt dies die Lebenszeit.

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