Lexikon berühmter Diamanten :
Orlow Orlov Orloff Diamant

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Der Orlow / Orlov / Orloff Diamant

Der Orlow in Indien und seine Reise

Der Ursprung des Orlow Diamanten ist nicht bekannt. Es gibt nur Vermutungen, dass er aus einem größeren Diamanten, dem sogenannten "Großmogul" geschliffen worden sei.
Es gibt drei Dinge die dafür sprechen.
Erstens sind beide als "halbe Taubeneier" geschliffen und haben ähnliche Facetten.
Zweitens hat der Orlow einen leichten "Einschnitt" der mit dem beschriebenen leichten Riss und kleinen Fleck des Groß-Mogul-Diamanten übereinstimmen könnte.
Drittens ist die Farbe sehr ähnlich, beide werden als blass mit einem grün bis blau Stich beschrieben.
Allerdings gibt es sowohl Dafür wie auch Dagegen viele Expertenstimmen.
Ein weiteres Argument für die Übereinstimmung ist, dass die Geschichte des Großmogul Diamanten kurz vor dem Anfang der Geschichte des Orlow Diamanten endet.
 
Die Legende begann im Sri Ranganathaswamy Tempel auf der Insel Srirangam im Süden von Indien. Der Diamant war in die Statue der Gottheit Brahma ins linke Auge eingesetzt.
Zu dieser Zeit trug er die Namen "See des Lichtes" oder "Mond der Berge".
Um 1750 wurde der Orlow dann von einem namenlosen französischen Deserteur gestohlen. Dieser hatte sich zum Hinduistischen Glauben bekannt, um in den Tempel zu gelangen. Er brach den Diamanten aus der Statue, erschlug zwei Wachleute des Tempels und floh nach Madras einer großen Hafenstadt in Süd-Ost-Indien. Der Dieb verkaufte den Orlov Diamanten unter Vermittlung des Inders Nadir Na für 2.000 englische Pfund an einen britischen Kapitän, der den Diamanten nach London brachte. Von dort aus wurde der Orloff Diamant an einen Juden verkauft, der ihn seinerseits an einen Perser weiterverkaufte. Der Perser veräußerte den Diamanten 1773  in Antwerpen dann an den namensgebenden russischen Fürsten Orlow für den stolzen Preis von 90.000 englischen Pfund.

Fürst Orlow, die Zarin und der Orlow-Diamant

Der Fürst Orlow eskortierte den im Siebenjährigen Krieg gefangen genommen Grafen von Schwerin nach Sankt Petersburg. Dort lernte er die russische Zarin Katharina ll. kennen, die ihn um 1760 zu ihrem Geliebten machte. Er bereitete für sie mit Hilfe seiner Brüdern den Sturz ihres Ehemannes dem Zaren Peters III. am 9. Juli 1762 vor. Er wurde zwar nicht wie erhoffte der Gemahl der Kaiserin, wurde allerdings reichlich von ihr belohnt.
Im Friedenskongress von Fokschani 1772 konnte er allerdings nicht mit großen Erfolgen glänzen. Vielleicht wandte deshalb die Kaiserin Katharina ll. ihre Gunst dem Reichsfürst Grigori Alexandrowitsch Potjomkin zu, den sie Ende des Jahres 1762 zum Kammerjunker ernannte hatte.
Um wieder die Haupt-Gunst der Zarin zu erlangen, schenkte Fürst Orlow ihr den Orlow Diamanten. Leider konnte auch dieses Geschenk Katharina ll. nicht zu einem erneuten Treffen umstimmen. Fürst Orlow starb 10 Jahre später als Wahnsinniger in einer Irrenanstalt.
 
Katharina ll. erhielt zwar noch viele weitere Geschenke von Fürst Orlow, benannte aber nur eines nach ihm - den Diamanten, der fortan unter diesem Namen bekannt wurde.
Sie trug den Orlov lange auf ihrer Mütze bis sie sich entschied ihren Juwelier C. N. Troitinski zu beauftragen das neue Kaiserliche Zepter um den Diamanten herum zu gestalten. Das Schmuckstück wurde 1784 fertig gestellt und präsentiert den Orlow-Orlov-Orloff-Diamanten unter dem doppel-köpfigen Adler in seinem ursprünglichen indischen Rosen-Schliff. Er ist mit seinen 321 Facetten der Diamant mit den meisten Facetten unter den großen und weltbekannten Diamanten.
 
Seit 1967 kann man das Zepter in der Rüstkammer, einem Museum im Moskauer Kreml bewundern. Sein aktuelles Gewicht beträgt 189,62 Carat und seine Größe wird mit 32 x 35 x 31 mm angegeben.

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